SAY IT ONCE, SAY IT LOUD: I’M A GRAPHIC NOVEL AND I’M PROUD

Heute erschien eine durchaus als positiv zu bewertende Rezension über Immy And The City bei PPM http://www.ppm-vertrieb.de/news.php?products_id=276&osCsid=c8a67114400c34ddbc5cb8d595d804c3
Danke, lieber PPM Vertrieb! Ich war hoch erfreut. Wirklich! Wenn auch etwas irritiert darüber, dass Du das erste Drittel deines Artikels allein der Tatsache gewidmet hast, dass Immy keine Graphic Novel ist. Das war ein herber Schlag im ersten Moment, doch dann kam mir spontan der Gedanke an Jimmy Rabbitte, der im Film The Committments so schön sagte: “Do you not get it, lads? The Irish are the blacks of Europe. And Dubliners are the blacks of Ireland. And the Northside Dubliners are the blacks of Dublin. So say it once, say it loud: I’m black and I’m proud!”
Haben wir es wirklich nötig unsere Bücher mit Labeln zu versehen? Und das nur weil sie aus Bildern bestehen!? Ein cleverer Marketingtrick? Wohl eher ein Schnitt ins eigene Fleisch. Was ist aus “Don’t judge a book by its cover!” geworden?! Die Akzeptanz in Deutschland für bebilderte Geschichten sollte doch eigentlich (also idealerweise …) über den Inhalt stattfinden und nicht über einen albernen Alibi-Sticker, der dem Leser vorgaukeln soll, etwas “ernsthaftes” in den Händen zu halten. Das haben ja noch nicht einmal die Amis nötig und die halten wir Deutsche ja schon für reichlich oberflächlich. Was kommt als nächstes? Aufkleber für die Musikindustrie mit der Aufschrift “Intelligente Popmusik”?!
Und was die Definition “Graphic Novel” angeht: Einige Leute behaupten, Graphic Novels seien Comics, die sich mit Erwachsenenthemen beschäftigen. Dabei bedeutet Graphic Novel nichts weiter als eine anschaulich oder zeichnerisch erzählte Geschichte. Jedenfalls für alle, die der englischen Sprache (halbwegs) mächtig sind.
Comics machen dumm, haben meine Lehrer früher immer gesagt. Dem muss ich dringend widersprechen. Es sind nicht die Comics, die uns dumm machen, es sind die Sticker, die wir drauf kleben.